Umgekehrte Liebe

vier Frauen, eine Mutter, ein Abschied, eine Rückkehr

Theaterstück geschrieben und geleitet von Daniel Gol
Mit Silvia Bisio, Laura Gualtieri, Emiliana Illiani, Laura Marchegiani und Daniela Tusa

Vier Töchter, vier verschiedene Sprachen, eine Mutter, die ihren Tod auf fast schon spöttische Art mitteilt.

Eine Ankündigung, die den Übergang zwischen einem Vorher und einem unendlichen Nachher, zwischen dem Alltäglichen und dem Ewigen, zwischen An- und Abwesenheit kennzeichnet.

Aus einigen wenigen Worten ergibt sich ein Ritual, das reich an jüdischen Symbolen ist und zur Welt des Autors/Regisseurs gehört. Die Rituale der Gemeinschaft werden durch Gesten, Handlungen, geometrische und makellose Tänze, umgesetzt in einen theatralischen Akt, um die Erfahrung des Verlustes zu durchleben.

Entlang eines großen weißen Tisches, dem Treffpunkt der Familie, zeigt sich der Abschied in ironischen, groben, scheinbar gefühllose Gesten, bei denen eine mathematische Choralität die Nuancen der Trennung vermindert.

Doch das Wesen derer, die Abschied nehmen, bleibt in der Luft und wird in den unvergesslichen Spielen, in der Art zu Fühlen und in dem Nachklang, der durch den Atem der Verbleibenden widerhallt, am Leben erhalten.

In „Umgekehrte Liebe“  ist nicht einmal die Beerdigung endgültig, man kann noch ein paar Minuten miteinander verhandeln und auf mutige Weise die nie geheilten Wunden zu sehen, zu ändern und zu beschwören.

Das Vorher und das Nachher, das Mögliche und das Unmögliche, Gut und Böse liegen nicht so weit auseinander; jenseits von Zeit und Idealisierung steht ist die tiefste Liebe immer die umgekehrte Liebe.

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